SAC Berg- und Hochtourenskala

1. Für die Gesamtbewertung einer Route gilt der Spitzenwert der Hauptkriterien.

2. Ab dem Grad WS kann mit + und - noch fein abgestuft werden.

3. Im Beschreibungskopf wird bei grösseren Abweichungen innerhalb der Route der Bereich angegeben: "ZS+, Anstieg zum Gipfelgrat WS".

4. Kommt eines der Hilfskriterien erschwerend dazu, wird der Grad um 1/3 Stufe angehoben (z.B. von WS+ auf ZS-), bei mehreren um 2/3 Stufen (von S+ auf SS).

5. Für die Kletterstellen gilt die UIAA-Skala (mit römischen Ziffern).

 

Hauptkriterien

 

Grad

Fels

UIAA-Grad

Firn und Gletscher

Touren-Beispiele

Grad (fr.)

L (Leicht)

einfaches Gehgelände (Geröll,
einfacher Blockgrat)

ab I

einfache Firnhänge,
kaum Spalten

Wildhorn Normalroute,
Breithorn SSW-Flanke

F (Facile)

WS (Wenig Schwierig)

-

+

meistens noch Gehgelände, erhöhte
Trittsicherheit nötig, Kletterstellen
übersichtlich und problemlos

ab II

in der Regel wenig steile
Hänge, kurze steilere
Passagen, wenig Spalten

Balmhorn Normalroute,
Nadelhorn NE-Grat,
Gross Fiescherhorn

PD (Peu Difficile)

ZS (Ziemlich Schwierig)

-

+

wiederholte Sicherung notwendig,
längere und exponierte Kletterstellen

ab III

steilere Hänge, gelegentlich
Standplatzsicherung, viele
Spalten, kleiner Bergschrund

Diamantstock-Ostgrat,
Dent Blanche S-Grat,
Schreckhorn SW-Grat

AD (Assez Difficile)

S (Schwierig)

-


+

guter Routensinn und effiziente
Seilhandhabung erforderlich, lange
Kletterstellen, erfordern meistens
Standplatzsicherung

ab IV

sehr steile Hänge, meistens
Standplatzsicherung not-
wendig, viele Spalten,
grosser Bergschrund

Eiger Mittellegigrat,
Matterhorn Zmuttgrat

D (Difficile)

SS (Sehr Schwierig)

-


+

in den schwierigen Abschnitten
durchgehende Standplatzsicherung
nötig, anhaltend anspruchsvolle
Kletterei

ab V

anhaltendes Steilgelände,
durchgehende Standplatzsicherung

Doldenhorn Ostgrat,
Liskamm NE-Wand

TD (Très Difficile)

AS (Äusserst Schwierig)

-

+

Wanddurchstiege, die grosses
Engagement erfordern

ab VI

sehr steile und senkrechte
Stellen, erfordern Eiskletterei

Eiger Nordwand,
Matterhorn Bonattiroute

ED (Extrêmement Difficile)

EX (Extrem Schwierig)

-

+

extrem steile, teilweise überhängende
Wanddurchstiege

ab VII

Eiskletterei extremster
Richtung

Eiger Tschechenrouten

ABO (Abominable)

 

Hilfskriterien

  • anspruchsvolle Orientierung,
  • erschwerte Absicherung,
  • unzuverlässiger Fels,
  • Abbruch der Tour problematisch.

 

UIAA-Kletterskala

Grad

Beschreibung

I

Geringe Schwierigkeiten. Einfachste Form der Felskletterei (kein leichtes Gehgelände!). Die Hände sind zur Unterstützung des Gleichgewichtes erforderlich. Anfänger müssen am Seil gesichert werden. Schwindelfreiheit bereits erforderlich.

II

Mässige Schwierigkeiten. Fortbewegung mit einfachen Tritt- und Griffkombinationen (Drei-Haltepunkte-Technik).

III

Mittlere Schwierigkeiten. Zwischensicherungen an exponierten Stellen empfehlenswert. Senkrechte Stellen oder gutgriffige Überhänge verlangen bereits Kraftaufwand.

IV

Grosse Schwierigkeiten. Erhebliche Klettererfahrung notwendig. Längere Kletterstellen erfordern meist mehrere Zwischensicherungen.

V

Sehr grosse Schwierigkeiten. Zunehmende Anzahl der Zwischensicherungen ist die Regel. Erhöhte Anforderungen an körperliche Voraussetzungen, Klettertechnik und Erfahrung. Lange hochalpine Routen im Schwierigkeitsgrad V zählen bereits zu den ganz grossen Unternehmungen in den Alpen.

VI

Überaus grosse Schwierigkeiten. Die Kletterei erfordert überdurchschnittliches Können und guten Trainingsstand. Grosse Ausgesetztheit, oft verbunden mit kleinen Standplätzen. Passagen dieser Schwierigkeit können in der Regel nur bei guten Bedingungen bezwungen werden. (Manchmal kombiniert mit künstlicher Kletterei: A1 bis A4).

VII

Aussergewöhnliche Schwierigkeiten. Ein durch gesteigertes Training und verbesserte Ausrüstung erreichter Schwierigkeitsgrad. Auch sehr gute Kletterer benötigen ein an die Gesteinsart angepasstes Training, um Passagen dieser Schwierigkeit sturzfrei zu meistern. Neben akrobatischem Klettervermögen ist das Beherrschen ausgefeilter Sicherungstechnik unerlässlich.

VIII-XI

Eine verbale Definition ist hier nicht möglich. Es handelt sich um eine weitere Steigerung der zu bewältigenden Schwierigkeiten, die an das Kletterkönnen und die physische wie auch psychische Leistungsfähigkeit immer höhere Anforderungen stellen.

 

Die Gradabstufung kann durch die Bezeichnung wie "ausgesetzt", "heikel", "athletisch" usw. ergänzt werden. Der erforderliche Kraftaufwand (Grad der Anstrengung) wird wie folgt umschrieben: wenig anstrengend, ziemlich anstrengend, anstrengend, sehr anstrengend.

 

SAC-Wanderskala

Grad

Weg, Markierung, Gelände

Anforderungen

Beispiele

Alte Skala

 

T1
Wandern

Weg gut gebahnt

falls nach SAW-Normen markiert: gelb

Gelände flach oder leicht geneigt, keine Absturzgefahr

keine, für Turnschuhe

Orientierung problemlos, auch ohne Karte möglich

Männlichen - Kleine Scheidegg,
Hüttenweg Jurahaus,
Cabane Mont Raimeux,
Strada Alta Leventina
Vermigelhütte

B
Bergwanderer

 

T2
Bergwandern

Weg mit durchgehendem Trassee

falls SAW-konform markiert: weiss-rot-weiss

Gelände teilweise steil, Absturzgefahr nicht ausgeschlossen

etwas Trittsicherheit, Treckingschuhe sind empfehlenswert

elementares Orientierungsvermögen

Wildhornhütte,
Bergseehütte,
Täschhütte ab Täschalp,
Passo Campolungo,
Cap. Cristallina von Ossasco

 

T3
anspruchsvolles
Bergwandern

Weg am Boden nicht unbedingt durchgehend sichtbar, ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein, ev. braucht man die Hände fürs Gleichgewicht

falls markiert: weiss-rot-weiss

zum Teil exponierte Stellen mit Absturzgefahr, Geröllflächen, weglose Schrofen

gute Trittsicherheit, gute Treckingschuhe

durchschnittliches Orientierungsvermögen

elementare alpine Erfahrung

Hohtürli,
Sefinenfurgge,
Fründenhütte,
Grosser Mythen,
Pizzo Centrale vom Gotthardpass

EB
Erfahrener Bergwanderer

 

T4
Alpinwandern

Wegspur nicht zwingend vorhanden, an gewissen Stellen braucht es die Hände zum Vorwärtskommen

falls markiert: weiss-blau-weiss

Gelände bereits recht exponiert, heikle Grashalden, Schrofen, einfache Firnfelder und apere Gletscherpassagen

Vertrautheit mit exponiertem Gelände, stabile Treckingschuhe

gewisse Geländebeurteilung und gutes Orientierungsvermögen,

alpine Erfahrung, bei Wettersturz kann Rückzug schwierig werden

Schreckhornhütte,
Dossenhütte,
Mischabelhütte,
Übergang Voralphütte - Bergseehütte,
Vorder Glärnisch,
Steghorn (Leiterli),
Piz Terri,
Pass Casnile Sud,
Cap. del Forno

 

T5
anspruchsvolles
Alpinwandern

oft weglos, einzelne einfache Kletterstellen

falls Route markiert: weiss-blau-weiss

exponiert, anspruchsvolles Gelände, steile Schrofen, Gletscherpassagen und Firnfelder mit Ausrutschgefahr

Bergschuhe

sichere Geländebeurteilung und sehr gutes Orientierungsvermögen

gute Alpinerfahrung und elementare Kenntnisse im Umgang mit Pickel und Seil

Cabane Dent Blanche, Büttlasse,
Salbitbiwak,
Sustenjoch Nordflanke,
Bristen,
Pass Cacciabella

BG
Berggänger

T6
schwieriges
Alpinwandern

meist weglos, Kletterstellen bis II

meist nicht markiert

häufig sehr exponiert, heikles Schrofengelände, Gletscherpassagen mit erhöhter Ausrutschgefahr

ausgezeichnetes Orientierungsvermögen

ausgereifte Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln

Niesengrat (Fromberghorn Nord),
Glärnisch Guppengrat,
Via alta della Verzasca

 

 

"Bewanderbare" Gletscher sind im Sinne dieser Skala Gletscher und Firnfelder, die im Sommer bei normalen Verhältnissen so weit ausgeapert sind, dass allfällige Spalten sichtbar sind und die entsprechenden Zonen ohne Gefahr und ohne Hochtourenausrüstung begehbar sind. Trotzdem kann bei ungünstigen Verhältnissen eine elementare Ausrüstung (Anseilmaterial, Pickel, Steigeisen) und Kenntnisse über deren Verwendung erforderlich sein.

 

 


        Quelle: Schweizer Alpen Club